PLACES INSIDE ME

Fliegen mit Jana

zur Ausstellung  am 09. & 10. Mai "Im Maßstab_Globales ganz lokal" von Simonne Doepgen / Journalistin BRF

 

Ständig in Bewegung. Mit den Gedanken schon einen Schritt voraus, kommen die Worte kaum hinterher. Acryl fliegt nur so auf die Leinwand, ein dicker Edding bändigt die Konturen. Hier fließt Energie in ihrer reinsten Form. Es sind pulsierende Straßen Shanghais. Faszinierend und grenzenlos. Dort schillert der Aachener Dom in warmen Farben. Der Hektik inmitten einer Großstadt entkommen: das schafft die „Landseele“. Getöse ringsherum und Ruhe im Inneren des Betrachters. Jana Rusch liebt die Vogelperspektive. Abheben und die  Welt von oben betrachten. „Da kann ich das Wesentliche sehen“, sagt sie. Die Details bleiben dabei nicht außen vor. Ganz genau sind Straßenzüge zu verfolgen, Betonmischer und Industriegebiete. Dazwischen blüht der Frühling. Das Urbane fasziniert die 35-jährige Künstlerin seitdem sie denken kann. Abgeschlossenes Geographie-Studium, Reisen in die Megastädte dieser Welt, Kunstlehre bei Viktor Stricker in Aachen und immer diese Bewegung im Kopf. Nun ist Jana in Eupen angekommen. Auf dem Land fühlt sie sich wohl. Und malt.

 

In ihrem Atelier im Rosenweg sind die Wände mit Papier abgeklebt. Davor die Staffelei und Unmengen von Farben. Die Energie hat freie Hand. So wie Janas Gedanken, fliegen Pinsel und Farben. Ist das Schutzpapier an den Mauern voll, muss wieder ein weisser Hintergrund her. Sonst verliert Jana den Blick für das Wesentliche auf der Leinwand. Trotz allen Wirbels gelingt es der Künstlerin stets eine Struktur beizubehalten. Die Regeln der Städtebauer und Architekten finden ihren Platz. Diszipliniert hält sie sich an Maßstäbe und Proportionen. Gleichzeitig bestimmen Phantasie und Selbstdynamik jedes  Werk. Eine Stadt steht nie still, sie fließt, pulsiert und erfindet sich immer wieder neu. „Die ganze urbane Masse ist sehr spannend“, sagt Jana. Ihre Augen funkeln. So wie die Farben auf der Leinwand. Kräftig, positiv und lebensfroh.

 

Gleich hebt Jana wieder ab. Ein Flug über die Eupener Herbesthaler Straße. Konsumzonen als Lebensadern. Dann ist es Zeit für Kultur. Menschen strömen zum Musikmarathon. Sie tanzen zum Beat.  Wunderbar!